Vom Datensilo zum Datenkatalog: Wie wir den sicheren Austausch kommunaler Daten ermöglichen
Kommunen verfügen heute über eine Vielzahl wertvoller Daten. Wetterstationen, Energiemessungen oder Sensoren liefern laufend Informationen, die dabei helfen können, Energie effizienter einzusetzen, Grünflächen nachhaltiger zu bewirtschaften oder fundierte Entscheidungen für die Stadtentwicklung zu treffen.
Die Herausforderung liegt dabei meist nicht in der Datenerfassung, sondern darin, diese Daten organisationsübergreifend nutzbar zu machen. Sie befinden sich in unterschiedlichen Systemen, folgen verschiedenen Standards und lassen sich oft nur mit hohem Aufwand austauschen.
Genau hier setzt das EU-Projekt DS4LoReMa (Data Space 4 Local Resources Management) an. Gemeinsam mit europäischen Projektpartnern entwickelt das Projekt eine technische Grundlage, damit Städte ihre Daten sicher, standardisiert und kontrolliert miteinander teilen können.
Als Technologiepartner bringt MBIT dabei seine langjährige Erfahrung in der Entwicklung komplexer Datenplattformen, Schnittstellen und Cloud-Lösungen ein.
Europäische Zusammenarbeit für kommunale Daten
Neben den Städten Tulln, Wiener Neustadt und Ingolstadt arbeiten im Projekt zahlreiche Technologie- und Forschungspartner zusammen. Dazu gehören unter anderem die FOTEC, die Fachhochschule St. Pölten, Greenventory, das Institut für Klima- und Energiekonzepte sowie der Österreichische Gemeindebund. Die Projektkoordination übernimmt ecoplus.
Mit der FOTEC verbindet uns bereits eine langjährige Zusammenarbeit in unterschiedlichen Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Deshalb freut es uns besonders, unsere technische Expertise auch bei DS4LoReMa einzubringen und gemeinsam innovative Lösungen für Kommunen zu entwickeln.
Zwei österreichische Pilotprojekte mit konkretem Nutzen
Das Projekt bleibt dabei nicht auf theoretischer Ebene, sondern wird in realen Anwendungsfällen umgesetzt.
Tulln: Daten für ein intelligentes Ressourcenmanagement
In Tulln werden Bodenfeuchte- und Wetterdaten zusammengeführt. Ziel ist es, Grünflächen und junge Bäume bedarfsgerecht zu bewässern und dadurch Wasser sowie Arbeitszeit effizienter einzusetzen. Gleichzeitig entstehen Datengrundlagen, die künftig auch für Stadtplanung, Forschung oder die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden genutzt werden können.
Wiener Neustadt: Kommunales Energiemonitoring automatisieren
In Wiener Neustadt entsteht eine durchgängige Datenkette für Energiedaten. Stromdaten werden automatisiert erfasst und weitere Quellen wie Gas, Wärme, Photovoltaik oder Wetterdaten können schrittweise ergänzt werden. Dadurch verbessert sich nicht nur die Datenqualität, sondern auch die Grundlage für Entscheidungen rund um Energieoptimierung und Klimaschutz.
Unser Beitrag: Ein sicherer Datenkatalog auf Basis offener Standards
MBIT verantwortet im Projekt die technische Umsetzung der zentralen Dateninfrastruktur.
Im Mittelpunkt steht ein Datenkatalog auf Basis von CKAN. Anders als ein klassischer Datenspeicher werden hier nicht sämtliche Daten zentral gesammelt. Stattdessen werden Datensätze einheitlich beschrieben und dokumentiert. Verantwortlichkeiten, Aktualität, Schnittstellen und Nutzungsbedingungen werden nachvollziehbar erfasst und standardisiert bereitgestellt.
Dadurch können Daten leichter gefunden, genutzt und zwischen verschiedenen Organisationen ausgetauscht werden, ohne die Kontrolle über die eigentlichen Datenbestände zu verlieren.
Sichere Zusammenarbeit durch Identity & Access Management
Gerade im öffentlichen Bereich spielt Datensicherheit eine entscheidende Rolle. Deshalb werden Zugriffsrechte nicht pauschal vergeben, sondern gezielt gesteuert.
Mit Keycloak als zentralem Identity Provider haben wir eine Lösung umgesetzt, die Rollen und Berechtigungen organisationsübergreifend verwaltet. Städte und Projektpartner behalten jederzeit die Kontrolle darüber, welche Daten für wen sichtbar oder nutzbar sind.
So entstehen sichere Strukturen, die den Datenaustausch ermöglichen, ohne die Datenhoheit der einzelnen Organisationen einzuschränken.
Zukunftssichere Architektur für kommunale Daten
Die technische Infrastruktur der beiden Komponenten wurde von MBIT aufgesetzt. Die Lösung wird cloud-native auf Microsoft Azure betrieben und modular aufgebaut. Dadurch können weitere Datenquellen oder zusätzliche Städte später unkompliziert integriert werden.
Gleichzeitig setzt das Projekt konsequent auf offene Standards und Open-Source-Technologien. So entstehen keine Abhängigkeiten von einzelnen Herstellern und die Plattform bleibt langfristig erweiterbar.
Forschung, die in der Praxis ankommt
DS4LoReMa zeigt, wie aus europäischen Konzepten konkrete technische Lösungen entstehen können. Für uns ist das Projekt ein weiterer Beleg dafür, dass komplexe Dateninfrastrukturen nicht nur geplant, sondern auch erfolgreich umgesetzt werden können.
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